Theater Plauen-Zwickau, Aktuelles
Aktuelles
Theater sichert Struktur bis 2020
Während vor einem Jahr noch düstere Wolken über der Zukunft des Theaters Plauen-Zwickau hingen, hat sich die Situation zum heutigen Zeitpunkt beruhigt und trotz reduzierter finanzieller Mittel kann bis Ende 2020 die Struktur des Vier-Sparten-Theaters  weitgehend als gesichert gelten.
Zur Erinnerung: Der Grundlagenvertrag zwischen den Städten Plauen und Zwickau, der die Finanzierung der gemeinsamen Theatergesellschaft regelt, lief im Sommer mit dem Ende der Spielzeit 2014/15 aus. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation der Stadt Plauen planten die Gesellschafter Stadt Zwickau und Stadt Plauen, die Zuschüsse ab 2018 von knapp 17 Mio. Euro auf 12,5 Mio. Euro zu senken, was unabdingbar mit einem Abbau von mehreren Sparten verbunden gewesen wäre. Nur Proteste aus der Bevölkerung, dem Theater und dem Aufsichtsrat konnten diesen Schritt verhindern und die Politiker aller Parteien aus beiden Städten an einen Tisch bringen. Dort wurde dann die Zuschusssenkung auf 15 Mio Euro reduziert. Weitere Maßnahmen wie die Veränderung der Kostenverteilung mit einem höheren Anteil für die Stadt Zwickau sowie die geplante alleinige Übernahme des Puppentheaters durch die Stadt Zwickau sollten die vier Sparten des Theaters sichern und den Mitarbeitern auf ausdrücklichen Wunsch der beiden Gesellschafter weitere Haustarifverträge mit Gehaltsverzicht ersparen. Daraufhin legte die Theaterleitung ein Konzept zum Personalabbau vor, das aber aufgrund der jahrelangen Haustarifverträge und der Altersstruktur der Beschäftigten nur mit großen Abfindungssummen im Zeitraum bis 2018 umzusetzen gewesen wäre. Die Hoffnung der Gesellschafter, diese Summe weitgehend aus dem Strukturfond des Landes Sachsen zu finanzieren, zerschlug sich schnell, und so erhielt die Geschäftsführung durch den Aufsichtsrat den Auftrag, eine Lösung auch in Anlehnung an Vorschläge aus dem Betriebsrat, den Personalabbau über einen solidarischen Verzicht aller Mitarbeiter bis in die 2020er Jahr zu strecken und sozialverträglich zu gestalten.
Die daraufhin aufgenommenen Verhandlungen mit den zuständigen Gewerkschaften verliefen zügig und konstruktiv und so konnte man sich bis Ende des vergangenen Jahres auf einen rückwirkend ab 1. August und bis Ende 2020 geltenden Verzicht aller Mitarbeiter auf 9% des Gehaltes einigen, immerhin 4% weniger als der bis zum Sommer laufende Haustarifvertrag mit 13%. Die Mitglieder des Philharmonischen Orchesters verzichten aktuell insgesamt auf rund 16% gegenüber 21 % im vorangegangenen Haustarif durch den innerorchestralen Solidaritätsausgleich zur Erhaltung einer derzeitigen Personalstärke von 73 Musikern auf 66 Planstellen. Für die künstlerisch Beschäftigten wurde der Tarifvertrag über die Tarifpartner im Dezember 2015 unterzeichnet, für die Beschäftigten nach TVöD wurden zunächst Einzel-vereinbarungen getroffen, die seit letzter Woche durch den von ver.di unterzeichneten Tarif-vertrag abgelöst wurden.
Obwohl die Absenkung der Zuschüsse bei ständig steigenden Kosten nicht ohne weitere Einschnitte und Einbußen im Angebot umzusetzen ist, sind die Theaterleitung und der Betriebsrat froh über die erzielten Ergebnisse und blicken optimistisch in die Zukunft.