Allgemeine Informationen

Das Parkett und der 1. Rang der Großen Bühne des Theaters im Gewandhaus Zwickau bieten Platz für insgesamt 400 Zuschauer. Der zentrale Spielort für Inszenierungen des Musiktheaters, des Balletts und des Schauspiels verfügt im Foyer über gastronomische Betreuung. Der Zugang zum Parkett ist behindertengerecht.


Geschichte des Theaters in Zwickau

Neuzeit

Das Haus, in dem in Zwickau Theater gespielt wird, ist von seiner ursprünglichen Bestimmung her kein Theaterbau. Als repräsentatives Zunfthaus der Tuchmacher wurde es 1522 bis 1525 während der Blütezeit der Zwickauer Tuchmacherei für ihre Tuchschauen an der Stelle eines abgebrochenen älteren Kauf- und Gewandhauses errichtet. Die Viermeister der Tuchmacher-Innung prüften hier die von den Zwickauer Tuchmachern gefertigten Stoffe.

Im Erdgeschoss waren unter anderem die Fleisch- und Brotbänke untergebracht, später auch die Stadtwache. Im ersten Stock befand sich ein großer Saal. Er diente zu Jahrmärkten den Tuchmachern, Kürschnern, Schuhmachern und anderen Handwerkern als Verkaufsraum, wurde aber auch als Exerzierlokal der Garnison bei schlechtem Wetter und sogar als Lazarett in Kriegszeiten genutzt.

1812 wurde dieser große Saal durch Zwischenwände in zwei Säle und mehrere Nebenräume unterteilt. Im Größeren Vorderen wurde 1823 das „Theater auf dem Gewandhaus“ fertig. Dieses Theater war jedoch nicht mehr als ein Provisorium. Nachdem Baupläne für ein völlig neues Theatergebäude am Geld scheiterten, wurde im Sommer 1855 schließlich ein Theater in die Längsachse des Gewandhauses gebaut, welches am 13. November die Gesellschaft des Hermann Meinhardt mit der Oper "Die weiße Dame" von Boieldieu eröffnete.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dieser in vieler Hinsicht unzulängliche Theaterraum nun immer wieder renoviert und umgebaut. Gleichzeitig wurden beträchtliche Mittel für die Errichtung eines neuen Theatergebäudes gesammelt, alle diesbezüglichen Pläne scheiterten jedoch am Ausbruch des 1. Weltkrieges und an der Inflation.


Nachkriegszeit

Zwickau überstand den 2. Weltkrieg ohne erhebliche Zerstörungen und auch das Gewandhaus blieb unbeschädigt. Dennoch erwies sich der Bau und seine Ausstattung als wieder einmal nicht im Mindesten ausreichend für die Bedürfnisse der Stadt und seiner Bürger.

In den folgenden Jahrzehnten konnte mit vielfältigen Initiativen das Zwickauer Gewandhaus in einem vorher nicht für möglich gehaltenen Umfang erneuert und erweitert werden. So wurde 1953 das gänzlich veraltete Bühnenhaus abgerissen und wieder aufgebaut. Bei gleichzeitiger Wahrung des Charakters des unter Denkmalschutz stehenden historischen Gebäudes entstanden erstmals Räume für das Personal mit Dusch- und Waschgelegenheiten.

Auch die anderen für die künstlerischen ebenso wie für die technischen Arbeiten notwendigen Einrichtungen wie Probenräume, Werkstätten und Magazine für die Aufbewahrung von Kulissen zogen erst stückweise ins Theater und die anliegenden Nebengebäude ein.

In einem dieser Zusatzgebäude, in der „Alten Stadtmühle“ in der Gewandhausstraße wurde am 7.Oktober 1979 das „Theater in der Mühle (TiM)“ feierlich eröffnet. Es folgte 1987 das Haus des Puppentheaters.

In den 90er Jahren standen erneut grundlegende Erneuerungen aufgrund von Asbestbelastung, aber auch von gewachsenen technischen Anforderungen an.

Am 18.Oktober 1997 wurde das in seinem Inneren grundlegend umgestaltete Gewandhaus mit der zeitgenössischen Oper „Der Idiot“ von Karl Ottomar Treibmann zum bisher letzten Mal wiedereröffnet.


Jahrtausendwende

Im Jahr 2000 gehen die beiden Theater Plauen und Zwickau eine ökonomisch notwendig gewordene Fusion ein. Das neue THEATER PLAUEN-ZWICKAU möchte mit seinen erweiterten Ensembles im Musiktheater, Schauspiel und Ballett, mit seinem Orchester und mit seinem Puppentheater die Zuschauer in beiden Städten in die Welt des Theaters mitnehmen.