Kolumne
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Sophie Walz
Kolumne 12/2016

Verehrtes Publikum,

Advent, Weihnachten und Jahreswechsel sind im Theater Zeiten großer Geschäftigkeit: Weihnachtsmärchen, Adventskonzerte, Beethovens 9. Sinfonie, Silvesterprogramme, Neujahrskonzert, Neujahrsempfänge, die Ballettpremiere Happy Birthday sowie Repertoirestucke wie Der Feuervogel, Der Vorname, Frau Müller muss weg und Luisa Miller werden rund um Weihnachten aufgeführt. Alle Abteilungen arbeiten auf Hochtouren, um Ihnen besinnliche und bewegende Momente zu bescheren. Besinnlichkeit hat für mich viel mit Sinnlichkeit zu tun, weshalb sie sich für mich unter anderem bei Theatererlebnissen einstellt, die ich mit allen Sinnen live genieße. Denn Inszenierungen sind Darbietungen komischer oder tragischer Texte, bewegender oder bedrängender Bilder und anrührender oder aufrüttelnder Klänge, die weder Literatur, Film und Fernsehen noch digitale Medien in gleicher Weise zu erzeugen vermögen. Deshalb freue ich mich auf diese geschäftige Zeit, in der wir Ihnen hoffentlich mit unserem umfangreichen Angebot viele eindrückliche Erinnerungen im Theater Plauen-Zwickau verschaffen. Doch der dichte Spielplan und die derzeitige zusätzliche Herausforderung der Ersatzspielstätten in Zwickau bedürfen gerade für die Weihnachtszeit intensiver und langfristiger Vorbereitung. Deshalb beschäftigt die Theaterleitung in diesen Wochen nicht nur der Dezember 2016, sondern ebenso der Dezember 2017. Die jetzt gesammelten Erkenntnisse über Akustik und Platzverhältnisse in der Aula der Schule am Scheffelberg, in der Aula der Pestalozzischule und im Malsaal fließen beständig in die Planung des zukünftigen Spielplanes ein, damit wir Ihnen nächstes Jahr erneut viele Sinnesfreuden in der Weihnachtszeit anbieten können. Wir möchten Sie einladen, uns im Gespräch, per Mail, facebook und twitter von Ihren Erfahrungen in den Weihnachtsvorstellungen zu berichten.
Wir vom Theater wünschen Ihnen eine sinnliche Weihnachtszeit mit vielen bewegenden Momenten, nicht zuletzt in Ihrem Theater, und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ihre Sophie Walz
Leitende Dramaturgin für Musiktheater, Ballett & Konzert
Maxi Ratzkowski
Kolumne 11/2016

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

gefühlt hat diese Spielzeit gerade erst richtig Fahrt aufgenommen, die ersten Premieren und Veranstaltungen liegen hinter uns, und im Hintergrund wird schon eifrig die nächste geplant. Dies gestaltet sich bei der momentanen räumlichen Situation in Zwickau, wo wir aufgrund der Sanierung des Gewandhauses an andere Orte ausweichen müssen, als gar nicht so einfach. Die Theaterleitung ist in regem Austausch. Wer wann mit welcher Premiere auf welche Bühne kommt, beschäftigt uns zurzeit fast noch mehr als die konkreten Inhalte. Deshalb entwickeln sich in der Sparte Schauspiel manchmal erst bestimmte Titel, nachdem der Rahmen aus Terminen und Orten steht. Insgesamt richtet sich der Spielplan nach vielen Faktoren: Was interessiert uns als Theatermacher? Welche Rollen und Projekte fördern unser Ensemble? Mit welchen Themen und Stoffen können wir den Nerv der Zeit treffen und das Interesse beim Publikum wecken?
In jeder Spielzeit versuchen wir aufs Neue, ausgehend von diesen Fragen, einen abwechslungsreichen Spielplan für Sie zu gestalten, der für jede Altersklasse und jeden Geschmack etwas bereithält. Im Schauspiel sieht das auf den großen Bühnen dann meistens so aus: Eine Komödie oder ein Musical, das Weihnachtsmärchen, ein Klassiker, eine Sommertheaterproduktion und ein „Realist”. Letztgenanntes kann ein gegenwärtiger Stoff oder eine Romanadaptionen sein. Beim Klassiker orientieren wir uns in Abstimmung mit der Theaterpädagogik am Lehrplan der Schulen.
Auch bei unseren kleineren Inszenierungen legen wir großen Wert auf ein vielseitiges Angebot für unsere jüngeren Zuschauer. Jeweils ein Stück für Kinder und Jugendliche darf in keinem Fall fehlen. Bietet der dann schon umfangreiche Spielplan noch ein wenig Platz, erweitern wir unser Repertoire mit einer kleinen Komödie und einem Gegenwartsstück.
Die Planung der kommenden Spielzeit ist aber nicht das einzige, womit ich derzeit intensiv beschäftigt bin. Oft werde ich gefragt, was eine Dramaturgin eigentlich macht. Das Publikum erlebt unsere Arbeit meist nur durch Stückeinführungen, Programmhefte oder Matineen in direkter Form. Wir sind außerdem stetiger Ansprechpartner für Regie und Ensemble zu inhaltlichen Fragen, besuchen Proben und Aufführungen und erstellen Materialmappen. Wir lektorieren, kommunizieren, beraten, schreiben, streichen, vermitteln, besetzen, moderieren, kritisieren usw.
Ein vielseitiger und schöner Beruf, immer im Kontakt mit allen Abteilungen innerhalb des Theaters und mit Ihnen als Publikum. Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen, Wünsche und Anregungen haben.

Ihre Maxi Ratzkowski
Leitende Dramaturgin für Schauspiel und Mitarbeiterin des Schauspieldirektors
Roland May
Kolumne 09/2016

Liebe Theater- und Konzertfreunde,
 
mit Beginn der Spielzeit 2016/2017 starten wir in eine herausfordernde Etappe unserer Theater- und Konzertarbeit. Bedingt durch die nun beginnenden Sanierungsarbeiten am und im Gewandhaus Zwickau, verlagern sich die Angebote der Spielzeit 2016/2017 am Standort Zwickau auf Räumlichkeiten im gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus. Ein weiterhin zentraler Spielort wird der neu eingerichtete Malsaal auf dem Gelände des Theaters an der Gewandhausstraße sein. Frisch herausgeputzt für ca. 140 Zuschauer wird er Aufführungen aller Sparten vom kleinen bis zum großen Format ermöglichen. Weitere Spielorte, teils auch schon bewährt, werden die Aula der Pestalozzischule, die Lukaskirche, die Aula der Schule am Scheffelberg, der Dom St. Marien und die Katharinenkirche sein. Für die Künstler wird es spannend werden, für die jeweiligen baulichen Gegebenheiten entsprechende anspruchsvolle Lösungen zu finden. Diese werden eine gewisse Kompatibilität mit den Anforderungen der Spielstätten in Plauen beinhalten müssen. Theater nach außen zu tragen, raus aus den etablierten und tradierten Räumen, gehört ja längst zu den Gepflogenheiten innovativer künstlerischer Arbeit. Generell Angebote zu unterbreiten, die neben dem repräsentativen Charakter die Prozesshaftigkeit von Theaterarbeit betonen, liegt natürlich bei den gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auch nahe. Deutsche Theatergebäude sind in ihrer Entstehungsgeschichte gewissermaßen Trutzburgen, hervorgebracht durch eine aristokratische bzw. bürgerliche Gesellschaft zur Abschirmung von Realität und zur Verdichtung elitärer Gemeinschaft. Damit wollen und können wir heute in einer pluralistischen Gesellschaft natürlich nichts mehr anfangen. Mit unseren beiden zierlichen, teils verspielten Gebäuden in Plauen und Zwickau, sind wir da auch noch gut dran. Sie ermöglichen durch menschliche Proportionen einen Zugang ohne Ehrfurcht, der ja wichtig zum Erreichen breiter Zuschauerschichten ist. Wo immer Theater in jüngster Vergangenheit renoviert und neu gebaut wurden, gab es ein enges Bündnis zwischen Architekt, späterem Nutzer und Bauherren, um einen einladenden und flexiblen baulichen Entwurf zu realisieren, der im schönsten Fall urbaneres Leben auch in der Nähe der neuen Gebäude hervorbrachte. Dabei spielen aktuell großzügig gestaltete Foyers zur Begegnung von und nach Aufführungen und Konzerten eine besondere Rolle. Somit liegen wir in Zwickau mit einem neu gestalteten, großzügigeren Eingangs- und Foyer-Bereich im Gewandhaus voll im Trend. Darauf und auf Ihren Besuch in den kommenden Monaten freut sich heute schon.

Ihr Roland May
Generalintendant
Claudia Kuntze
Kolumne 06/2016

Liebe Leserinnen und Leser dieses Leporellos,
 
es soll Menschen geben, die nicht nur einmal ins Theater gehen, um sich ein „angesagtes” Musical anzusehen oder eine besonders schöne Robe auszuführen, sondern die regelmäßig und über Jahre das Theater besuchen. Kürzlich durften wir uns bei zwei Besuchern bedanken, die sage und schreibe seit 50 bzw. 60 Jahren ein Abonnement an „ihrem” Theater haben. Und das sind keine Einzelfälle! Ja, sicher, diese Jubiläen sind durch kein Archiv belegt – allein die verschiedenen Karten-Verkaufssysteme der letzten 30 Jahre machen das unmöglich. Sie stützen sich auf persönliche Gespräche oder Briefe, die uns unsere Gäste schreiben. Die jungen und jüngsten Theaterbesucher unserer Spielstätten, die mit Eltern, Freunden, dem Leistungskurs oder gleich der ganzen Schule kommen, und die quasi am Anfang ihrer kulturellen Erfahrung stehen, sind besonders offen und schnell mit ihren Wünschen und ihrer Kritik an uns.
Auf der anderen Seite der Rampe stehen Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil auch seit Jahren oder gar Jahrzehnten dem Theater selbst in stürmischen Zeiten die Treue halten und durch ihre Arbeit all diesen wunderbaren, magischen, abgefahrenen, suspekten, fröhlichen, traurigen, furchtbaren, schmeichelnden, usw. Stücken zum Leben verhelfen. Was für eine Lust, in einer Abteilung zu arbeiten, die sowohl zur einen wie auch zur anderen „Seite” gehört: dem Besucherservice. Warum nun dieses ganze Theater – dies- oder jenseits der Rampe? Weil es
eine der ältesten Künste der Menschheit ist und wiederum eine Vielzahl von Einzelkünsten in sich birgt? Weil es über 100-jährige Tradition in unseren Städten Plauen und Zwickau hat? Weil Theaterhandwerke nicht aussterben dürfen? Weil wir Bürger weder im Kopf noch im Herz
verarmen wollen? Weil es Emotionen weckt und Bildung vertieft? Weil es Sichtweisen eröffnet und Blickwinkel verändern kann? Weil nur der direkte Kontakt Theater - Publikum das „Blut” jeder einzelnen Vorstellung ist? Weil wir hier leben und hier teilhaben/mitgestalten wollen?
Weil es unwiederholbare und zutiefst persönliche Erlebnisse sind?
Ja! Genau deswegen!
Und ich lade Sie ein, genau diese Lust am Theater auch zu spüren. Ganz gleich, ob im Vogtlandtheater, dem Parktheater, den künftigen Ersatzspielstätten im Zwickauer Stadtgebiet und auch ganz gleich, ob mal eine Vorstellung nicht ganz Ihrem Geschmack entspricht – es ist ein ganz intensives, persönliches Spiel zwischen Ihnen und uns. Unsere Besucherabteilungen beraten Sie dazu natürlich und sehr gern – und zwar auch ganz persönlich.
 
Herzlich
Ihre Claudia Kuntze
Leiterin der Besucherabteilungen
Silvio Gahs
Kolumne 05/2016

Liebe Theaterbesucherinnen und -besucher,
 
als das Vogtlandtheater nach knapp 18-monatiger Bauzeit am 1. Oktober 1898 eingeweiht wurde, war es noch nicht vollständig. 1901 folgte der Fassadenschmuck. Der eiserne Vorhang wurde 1914 nachgerüstet. 1921 wurde um einen elektrischen Rundhorizont, eine Portalanlage und eine Stilbühne erweitert. Der Wolkenapparat der Firma Schwabe & Co. Berlin von 1922 ist vollständig rekonstruiert im Löwelfoyer zu bestaunen. 1924 und 1926 kamen Zwischenbau und Kulissenhaus hinzu. Vom Krieg stark zerstört, baute man das Theater 1945 in kurzer Zeit in ungefähr der heutigen Gebäudesubstanz wieder auf. Nach den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Hauses erfolgte eine grundlegende Sanierung der Bühnenmaschinerie und der Beleuchtungsanlage. Trotz klammer Kassen gingen bis heute die gebäudeerhaltenden Maßnahmen in Form eines mehrjährigen Stufenplanes weiter. Dazu zählen die Dachsanierung, die Brandschutzschiebetore, die teilweise Überdachung des Innenhofes,
der Umbau der Kleinen Bühne, der behindertengerechte Aufzug, die Erneuerung von Lüftungsanlagen, Gestühl, Parkett, Fußboden und die Farbgebung der Eingangsfassade. Technische Umbauten und die grundlegende Sanierung des Innenhofes stehen auf der Agenda.
Die Historie des Gewandhauses beginnt 1525 als Zunfthaus der Tuchmacher und verzeichnet zahlreiche Umbauten. Nach der Schließung des Hauses wegen Asbestbelastung im Jahre 1996 erfolgte eine Teilsanierung. Das angrenzende Funktionsgebäude und die Werkstätten verblieben im alten Zustand. Größere Baumaßnahmen erfolgten seither nicht. Immer stärker richtet sich nun der Blick der Stadt Zwickau auf eine erstmals grundlegende denkmalgerechte Sanierung in einem zweijährigen Bauabschnitt ab 2016. Eckdaten der dringlichen Baumaßnahmen sind die äußere Gebäudegestaltung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, die altdeutsche Neueindeckung des Daches mit Natursteinschiefer und die brandschutzmäßige Ertüchtigung des Gebäudes. Ebenfalls in Planung sind Änderungen der jetzt sehr beengten Eingangs- und Foyerzugänge. Im ebenerdigen Eingangsfoyer ist eine Zentralgarderobe vorgesehen. Der Aufzug findet an anderer Stelle einen optimalen Platz. Das zentrale Foyer auf Parkettebene wird durch den Rückbau der jetzigen Mitteltreppe vergrößert. Der Zuschauerraum wird neu bestuhlt. Wegen der Hochwasserproblematik werden Technikräume höher verlegt. Für die Steuerung der Bühnenmaschinerie erwarten wir eine komplette Erneuerung. Sollte der Stadtrat das Bauvorhaben beschließen, wird das Gewandhaus bald wieder als eines der markantesten historischen Gebäude der Stadt Zwickau zum Theaterbesuch einladen.
Freuen wir uns darauf! Als Ausweichspielstätten stehen wie 1996 der Malsaal sowie weitere temporäre interessante Räume zur Verfügung. Durch den Verkauf des legendären „Theater in der Mühle“ sind wir erneut auf der Suche nach einer kleinen Spielstätte. Das Theater – eine ewige Baustelle.
 
Ihr Silvio Gahs
Technischer Direktor