„Richard III.“ ist das letzte Stück in Shakespeares Reihe über den englischen Bürgerkrieg. In diesem Krieg kämpfen zwei Familien gegeneinander: das Haus Lancaster mit der roten Rose und das Haus York mit der weißen Rose. Man nennt diese Kämpfe heute die „Rosenkriege“.
Richard kann mit Frieden nichts anfangen. Er fühlt sich als Außenseiter. Er wirkt körperlich abstoßend und ist bei den Frauen am Hof nicht beliebt. Für höfische Spiele und Müßiggang ist er zu klug. Ihn interessiert nur eines: Macht.
Richard ist der Herzog von Gloucester und der Bruder von König Edward IV. Er bringt seinen Bruder Clarence um. Zuvor hat er den König gegen Clarence aufgebracht. Ohne Skrupel lässt Richard viele Menschen töten. So kommt er schließlich selbst auf den Königsthron.
Doch dann ändert sich alles. Seine Feinde sammeln ein Heer und ziehen gegen ihn in den Krieg. In der Nacht vor der Schlacht erscheinen Richard die Geister der Menschen, die er ermordet hat. Sie sagen ihm, dass er untergehen wird. Zum ersten Mal bekommt Richard Gewissensbisse. Kurz darauf zieht er in die entscheidende Schlacht.
Der Schauspieldirektor Dirk Löschner nähert sich dem Stück auf besondere Weise. Auf der Bühne spielen viele verschiedene Puppen eine wichtige Rolle. Außerdem werden alle Rollen von Frauen gespielt. Im Theater zur Zeit Shakespeares spielten junge Männer die Frauenrollen. Hier ist es umgekehrt. Dadurch bekommen die Texte über Macht und Manipulation eine ganz neue Bedeutung.