Zu Beginn der Schock: Eva Perón, vom argentinischen Volk als »Evita« verehrt, ist tot. Davon erfährt Che aus den Medien und kommentiert ironisch ihren raschen Aufstieg und tiefen Fall. Rückblende: Gelangweilt von ihrer öden Heimatstadt, fleht die junge Eva den durchreisenden Tangosänger Magaldi an, sie nach Buenos Aires mitzunehmen. Dort angekommen legt sie eine bemerkenswerte Karriere hin und wird Schauspielerin und Radiomoderatorin. Als sie den Präsidentschaftskandidaten Juan Perón kennenlernt, wächst ihr Wille nach politischem Einfluss. Sie drängt sich in sein Leben und ihn ins Präsidentenamt. Mit der Gunst der Arbeiter:innen, um die Eva geworben hat, wird Perón gewählt. Mit der »Rainbow-Tour« möchte Eva ihren Einfluss auf Europa ausweiten. Nach einem Erfolg in Spanien bekommt sie in anderen Ländern heftigen Gegenwind. Und Che? Er bleibt Beobachter, Kritiker und Erzähler der Geschichte. Zurück in Argentinien konzentriert sich Eva auf ihre politischen Gegner:innen. Miteiner Stiftung versucht sie ihren Rückhalt aus dem Volk zu stärken. Aber der Druck der Opposition wird größer. Das Land steckt in einer tiefen Krise. Und Eva? Sie ist stark von ihrer Krankheit gezeichnet. Sie spürt, dass sie schwächer wird, hat aber noch große Ambitionen. In einer letzten Rundfunkansprache richtet sie sich an ihr Volk. Mit gerade einmal 33 Jahren stirbt Eva Perón.
Nach »Jesus Christ Superstar« untermauerte Andrew Lloyd Webber, einer der erfolgreichsten Musical-Komponisten unserer Zeit, mit »Evita« (1978) das neue Musical-Genre: Es zeichnet sich aus durch gesungene Rezitative anstelle von Dialogen, immer wiederkehrenden Motiven und einem durchkomponierten Stil. Daher kann man »Evita« auch als Pop-Oper bezeichnen. Mit »Don’t Cry for Me Argentina« schuf Webber zudem einen Welthit, der über die Grenzen des Stücks bekannt wurde.