„Feuer ist innerstes Streben. Wasser ist Bewusstsein“, sagt ein hinduistisches Sprichwort. Wofür brennen wir am meisten? Eine Leidenschaft, ein Hobby, eine politische Überzeugung oder doch für die Liebe zu einem bestimmten Menschen? Wir sind ständig auf der Suche nach Vollkommenheit. Doch Feuer sorgt auch für Zerstörung und Leid. Gelöscht werden kann es durch Wasser, dennoch hinterlässt unkontrolliertes Feuer einen bleibenden Schaden. Das Wasser sorgt für Leichtigkeit, aber auch Unbeständigkeit. Man ist ständig in Bewegung, aus der aber auch etwas Neues entstehen kann.
Was bedeutet das für uns Menschen? Wir sind gefangen zwischen Gegensätzen, Umtriebigkeit und den Elementen. Aus uns heraus brechen einzelne, unkontrollierbare Gefühle und am Ende ist das Leben eine ständige Suche. Die Musik zu diesem Abend stammt unter anderem von Georg Friedrich Händel – schon zu Lebzeiten ein echter Star. Geboren in Halle an der Saale machte er Karriere in England am Hof des Königs. Er gehörte zu den Spitzenverdienern Londons und seine Musik lockte tausende Menschen an. Zur öffentlichen Generalprobe seiner „Feuerwerksmusik“ kamen über 12.000 Menschen! Trotz üppigem und mit vielen Bläsern gespicktem Orchester war dieses stellenweise nur kaum zu hören. Anlass war die Feier über das Ende des Österreichischen Erbfolgekrieges 1748, die mit Feuerwerk und (Feuerwerks-)Musik zu einem fulminanten Ende gekommen wäre, hätte es nicht geregnet. Nass wurde das Orchester, welches die „Wassermusiken“ spielte, hoffentlich nicht, denn die Musik wurde für Bootsfahrten des englischen Königs Georg I. geschrieben.
Sergei Vanaevs neuer Tanzabend spielt auf eine atemberaubende Weise mit den Elementen Feuer und Wasser – im übertragenen wie konkreten Sinn. Die Suche ist dabei mal humorvoll, mal melancholisch und mal sehnsuchtsvoll.